5. Mahnwache 15.2.2025
Rund 300 Menschen versammelten sich am 15. Februar zur fünften Mahnwache der Initiative „Siegburg zeigt Haltung“, um wenige Tage vor der Bundestagswahl mit Herz und Entschlossenheit ein klares Signal zu senden: Für Vielfalt, Toleranz und eine offene Gesellschaft!
Zu Beginn der Mahnwache für Demokratie und Vielfalt betonten die Initiator*innen ihre Solidarität mit dem am selben Tag stattfindenden bundesweiten Aktionstag #WählLiebe, einer Initiative für Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung queerer Menschen.
Die Mahnwache war dabei zugleich Appell an die Gegenwart und Erinnerung an die Vergangenheit: Denn am Ort ihres Stattfindens, dem Kirchplatz vor St. Servatius, lebte Heinrich Braun, bevor er 1939 von den Nationalsozialisten verhaftet wurde – wegen seiner Homosexualität. Wenige Monate später starb er in Haft. Aktuell laufen mit der Stadt Siegburg Gespräche zu einer Stolpersteinverlegung auf dem Kirchplatz. Doch nicht nur queere Menschen sorgen sich aktuell um ihre Sicherheit und Rechte. Die Mahnwache lenkte den Blick auch auf die Befürchtungen von Menschen mit Behinderung. Die Initiator*innen zitierten eine aktuelle Studie der Aktion Mensch, die alarmierende Zahlen zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten sorgt sich vor einer Zunahme der Behindertenfeindlichkeit in Deutschland, über zwei Drittel fürchten, dass Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung politisch an Bedeutung verlieren.
Ein besonderer musikalischer Beitrag begleitete die Mahnwache für Demokratie und Vielfalt am vergangenen Wochenende: Um 11.30 Uhr fand in der Kirche St. Servatius die „Orgelmusik zur Marktzeit” statt, die Kantor Guido Harzen diesmal eigens unter das Motto “Für Vielfalt und Demokratie“ gestellt hatte. Rund 200 Menschen lauschten der Musik in der Kirche, bevor sie zum Abschluss in und vor der Kirche gemeinsam „Die Gedanken sind frei“ sangen. Anschließend zog der inzwischen auf gut 300 Teilnehmende angewachsene Demonstrationszug mit Mahnliedern für Demokratie und Menschenrechte durch die Innenstadt – ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität.


Foto: U. Neuser
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